Hochzeitscountdown: Noch 2 Monate bis zur freien Trauung

Heute in 2 Monaten ist es soweit: unsere Hochzeit. Dafür, dass es gar nicht mehr so lange hin ist und wir nächsten Monat schon standesamtlich heiraten, bin ich recht gelassen. Im Hintergrund wird immer noch fleißig an allem möglichen gewerkelt – leider an so vielen Dingen, die ich Euch noch nicht zeigen kann, da ja auch einige Gäste mitlesen. Somit leidet aus Mangel an Material und Zeit auch der Blog etwas. Am liebsten hätte ich alles schon erledigt, aber manche Sachen gehen erst einige Wochen vorher, wie die Auswahl der Blumen, des Essen, die Tischordnung und und und… Keep calm and marry onDer Liebste hat immer noch keinen Anzug, dafür laut eigener Aussage noch ein bis zwei Kilos zuviel, doch als Ansporn zumindest schon einen Termin beim Schneider. Ich hingegen schlage mich seit geraumer Zeit mit einer Vorturnerin namens Jillian Michaels herum, die meinen Brautspeck als Ansporn hat.Jillian Michaels Shred - Schlank in 30 TagenIn 2 Monaten um diese Uhrzeit ist vermutlich der emotionalste Part überstanden: die freie Trauung. Samstag war unsere freie Rednerin Manuela von „Projekt:Traumhochzeit“ da und hat mit uns über den Ablauf der Zeremonie und unsere Kennenlerngeschichte gesprochen. Zuvor hatten wir ihr einen gemeinsam ausgefüllten Fragebogen und jeweils einen Braut- und Bräutigam-Fragebogen ausgefüllt zugeschickt, so dass sie genug Material für unsere „Geschichte“ bei der Trauung hat. Eine total schöne Erfahrung, aber auch gar nicht so einfach, den bisherigen, gemeinsamen Lebensweg, was man am anderen mag und meint, was er an einem mag, in treffende Worte zu fassen.

Aber Stop mal. Vorher erzähl ich Euch noch, wie es eigentlich zu unserer Entscheidung für eine freie Trauzeremonie und für Manuela kam. Vor einiger Zeit begab sich folgender Dialog: „Wir wollen nicht kirchlich heiraten, Mama.“ „Bist Du etwa ausgetreten?!“ War das auch geklärt… Mr. Right und mir war klar, dass wir uns (neben der Tatsache, dass wir beide nicht mehr in der Kirche sind) keiner vorgegebenen Liturgie unterwerfen wollen. Eine freie, individuelle Trauung sollte es werden, mit von uns ausgewählten Liedern, an einem von uns favorisierten Platz und mit einer ganz persönlichen Trauzeremonie.

In der erzkatholischen Gegend, aus der ich komme, sind solche Formen der Eheschließung nicht  üblich – da geht’s ganz selbstverständlich in die Kirche. Meine katholische Mutter fragte mich: „Gilt das dann auch?“ „Nein“, antwortete ich, „genauso wenig wie die kirchliche Trauung gilt.“ In Deutschland „gilt“ ja sowieso nur das Standesamt. Das gleicht in der Regel (es gibt Ausnahmen!) einer verstaubten Amtsstube, die mit schweren Eichenmöbeln (wahlweise Mobilar aus den 70ern) und maximal noch einem weißen Nelkengesteck ausgestattet ist, das Romantik verbreiten soll. Über die Unflexibilität und Angestaubheit der Kirche brauchen wir denke ich gar nicht zu sprechen. Nicht zuletzt deshalb erfreuen sich freie Trauungen in Deutschland immer größerer Beliebtheit.

Bei der Suche nach einem freien Redner haben wir zum einen gegoogelt, zum anderen hatte ich mal einen auf einer Messe kennen gelernt. Die Empfehlungen im Freundeskreis hielten sich in Grenzen, da nur wenige Freunde aus Hamburg und Umgebung bisher eine freie Trauzeremonie hatten oder gar kannten („Ist das im Freien oder was?“).

Ich bin der festen Überzeugung, dass für jedes Paar ein Punkt bei der Wahl des freien Redners ausschlaggebend ist: Sympathie. Immerhin schüttet Ihr demjenigen Euer Herz  über Euch und Euren Partner aus. Nur wenn Ihr das könnt, könnt Ihr Euch auch vorstellen, dass er Euch traut. Weitere Punkte sind dann natürlich das Finanzielle und dass Euer Termin im Kalender des Hochzeitsredners überhaupt noch frei ist. Mindestens ein Jahr vorher könnte mal da schon mal anklopfen.

Wir haben uns insgesamt mit 3 Freien Rednern getroffen, mit 2 weiteren habe ich telefoniert. Irgendwie dachte ich am Anfang: uns muss ein Mann trauen. Vielleicht sprach ich den Männern einfach auch die größere Kompetenz, die überzeugendere Stimme oder auch die größere Nähe zu einem Priester zu (Kirchenaustritt hin oder her). Es war einfach so ein Gefühl. Der erste Redner, mit dem wir uns trafen, war dann auch ein Mann. Das Gespräch fand bei uns zu Hause statt und dauerte ca. 1 Stunde. Wir fühlten uns zwar richtig verstanden, trotzdem wollte das Eis nicht so recht brechen.

Als nächstes kam Manuela. Wir waren sofort beim Du und plauderten bestimmt fast 2 Stunden über uns, was wir uns vorstellen und Gott und die Welt. Dann stellte sich raus, Manuela kommt ursprünglich aus derselben Ecke wie Mr. Right. Und mehr noch: sie kennt seinen Vater aus der Schulzeit, denn der war mal Schulassistent. Gewisse Ähnlichkeiten wurden festgestellt und alte Geschichten ausgegraben. Es passte irgendwie, trotzdem war ich ehrlich zu ihr mit meinem Gefühl, dass ich mir eher einen männlichen Redner vorgestellt hatte. Daher trafen wir uns auch noch mit einem weiteren Hochzeitsredner. Relativ schnell stellten wir jedoch fest, dass es irgendwie nicht passte. Wir lachten kaum miteinander, schwammen nicht auf einer Wellenlänge, was sicherlich auch am theologischen Hintergrund des Mannes lag, die in all seinen Ideen für die Gestaltung der Zeremonie mit einflossen.

Nach dem Gespräch mit Kandidat 3 guckten Mr. Right und ich uns an und keiner wollte seine Meinung zuerst Preis geben. Doch wir waren uns – wie so oft in vielen Dingen – mal wieder einig: Manuela macht’s! Sie freute sich riesig, als wir ihr unsere Entscheidung mitteilten. Und am vergangenen Samstag haben wir drei Stunden ausgiebig gequatscht, gelacht und gemeinsam ganz tolle Ideen für unsere Traumhochzeit entwickelt. Selbst der sonst so hartgesottene Mr. Right zeigte an der ein oder anderen Stelle ein Fünkchen Emotionalität (was er natürlich niemals zugeben würde). 😉

Es liegt mir übrigens fern, Euch von ein kirchlichen Trauung abraten und zu einer freien Zeremonie überreden zu wollen. Dafür habe ich auch schon zu viele schöne, kirchliche und auch standesamtliche Trauungen erlebt. Horcht in Euch rein, was Ihr selber möchtet und was Euch wichtig ist. Ob nun eine standesamtliche Trauung, eine mit Gottes Segen oder auf anderen Wegen. Wir sind jedenfalls der Ansicht die richtige Wahl getroffen zu haben. Und so langsam, darf der Tag jetzt auch kommen! I keep calm and marry on!

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Hochzeitscountdown: Noch 2 Monate bis zur freien Trauung

  1. Liebe Melanie,
    ein sehr schöner Post. Der mich daran erinnert, dass in zwei Monaten meine standesamtliche Trauung ist und in drei Monaten die freie Trauung. Auch wir haben uns für eine freie Trauung entschieden, da sie einfach besser zu uns passt.
    Ich hab auch noch kein Kleid fürs Standesamt und mein Verlobter keinen Anzug für beide Termine. Ach und die Ringe müssen auch noch ausgesucht werde.
    Da wir aber ja gerade vor zwei Wochen nach Hamburg gezogen sind und erstmal Umzug und neuer Job auf dem Plan stand, wird das alles nach Ostern angegangen.
    Euch noch viel Spaß bei der Vorbereitung!
    LG,
    Anna Julie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s