Wenn Controller heiraten: Hochzeitsplanung mit Excel

Mein Zukünftiger und ich sind geteilter Meinung darüber, ob wir nun ein Hochzeitsvideo brauchen oder nicht. Ich bin schon einen Schritt weiter und habe mehrere Angebote verschiedener Videografen vorliegen, wovon mir eines vom Beispielmaterial und Preis her recht gut gefällt. Zudem fänd ich bewegte Bilder unserer Hochzeit total wichtig und halte es für eine sinnvolle Investition. Mr. Right findet das einfach nur übertrieben und teuer, zumal wir schon ein kleines Vermögen für unseren Fotografen ausgeben, das sogar schon angezahlt ist. Außerdem würden die Kosten ohnehin schon explodieren.Mein Controller und sein Excel

Obwohl er vielbeschäftig ist, behält mein Verlobter – von Beruf Controller in einem großen Konzern – natürlich den Überblick über die Kosten. Regelmäßig werde ich mit Excel-Listen zum Thema Budget, Preise, Gästeliste, Status quo, Vergleiche von Dienstleistern etc. mit mehreren Tabellenblättern, Formeln und Verknüpfungen versorgt. Nachdem ich neulich mal wieder einen Albtraum von der Hochzeit hatte, schlug er mir sogar vor, eine Excel-Liste darüber anzulegen, wann wir (also ich) uns frühestens über welche Themen Gedanken machen. Was habe ich gelacht.

Man wird aber auch verrückt gemacht als Bride to be: Unzählige Hochzeitsblogs, Magazine und Ratgeber suggerieren einem auf liebevolle, aber bestimmte Art und Weise, dass man nicht früh genug mit allem anfangen kann: abnehmen, Moodboard basteln, Tischkärtchen falten, Sitzordnung überlegen, braun werden, Waxing, Millionen von Herzchen ausstanzen, Hochzeitslogo entwerfen lassen, Stylistin suchen und buchen, Farbkonzept überlegen, Hochzeitshomepage anlegen, Brautkleider probieren, Ringe schmieden, über einen Ehevertrag nachdenken und und und. Freunde, Familie und Kollegen löchern einen mit Fragen, vom Essen über das Kleid bis hin zur Band. „Ach ihr habt nur einen DJ?! Na, das müsst ihr ja wissen.“ Na danke…

Eigentlich müsste man für alle Vorbereitungen 4 Monate vom Arbeitgeber freigestellt werden. Statt dessen bekomme ich einen Tag Sonderurlaub. EINEN Tag! Was denken die sich eigentlich? Den verbringt man allein schon auf Ämtern, um sich bestätigen zu lassen, dass man wirklich ledig ist und irgendwie, irgendwann, irgendwo von irgendwem geboren wurde. Und dann hat man zu Hause auch noch einen Finanzminister sitzen, der Wahnsinnsideen durch ziehen der Eurorettungsschirm-Reißleine im Keim erstickt, weil sie laut Excel 3 Mark 50 über Budget sind. Ich mag nicht mehr…

Wir vertagen die Diskussion wegen des Hochzeitsvideos auf ein anderes Mal. Mr. Right bleibt hart und ist nicht bereit mehr als einen ganz kleinen vierstelligen Betrag dafür auszugeben. Und das auch nur dann, wenn das Ergebnis kein langweiliger Streifen in Originallänge wird, für den wir geschminkt und verkabelt werden oder posen müssen und das Verlegen von Schienen für Kamerafahrten notwendig ist. Wenn wir hier auf einen Nenner kommen wollen, muss ich mich um Alternativen kümmern. Und wie sollte es anders sein: Ich bekomme eine Excel-Liste mit Anbietern zugeschickt. Hurra!

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